Hans-Jakob Boesch
Hans-Jakob Boesch
05.08.2017

Gemeinsinn statt Sozialismus für die sozial Schwächeren

Auf allen Wahlplakaten kann man es lesen, in allen Reden kann man es hören: Die Linken sind die Sozialen, sie kümmern sich als einzige um die Armen und Schwachen. Den Freisinn umgibt hingegen soziale Kälte. – Von wegen!

Der Sozialismus ist bereits in seinem Kern unsozial, ordnet er doch dem Kollektiv alles unter. Im Liberalismus hingegen steht der einzelne Mensch im Zentrum. Entsprechend richtet sich freisinnige (Sozial-)Politik am Individuum aus und lebt von der Prämisse, dass grundsätzlich jede(r) fähig ist, sein Leben selbst zu meistern. Wer dies nicht kann, wird subsidiär unterstützt. Linke Sozialpolitik wird handkehrum mit der Giesskanne und Vorschriften betrieben, als wären wir alle bedürftig und lebensunfähig.

Und wirft man einen Blick auf die Unterstützung, die sozial Schwächer in der liberalen Schweiz erhalten, so stellt dies jedes sozialistische Arbeiterparadies in den Schatten:

  • Jahr für Jahr engagieren sich Bürgerinnen und Bürger zu tausenden freiwillig in der Familie und im Bekanntenkreis, in Vereinen und Stiftungen zum Wohle der Gemeinschaft und der sozial Schwächeren. Auch mit privaten Spenden werden diese grosszügig unterstützt, in der Schweiz und weltweit.
  • Dank der freien Marktwirtschaft können Unternehmerinnen und Unternehmer Arbeitsplätze und damit Verdienstmöglichkeiten für andere schaffen.
  • Mit jeder geleisteten Arbeitsstunde zahlen wir einen Teil unseres Lohns direkt an die ältere Generation, an die Arbeitslosen und die Invaliden.
  • Gutverdiener entrichten wegen der Progression überproportional viel mehr Steuern und Abgaben, beziehen aber gleichzeitig – gerade was die Sozialpolitik betrifft – klar weniger staatliche Leistungen.
  • Unabhängig von Einkommen und bezahlten Steuern kann jede(r) in der Schweiz gleichermassen von den staatlichen Leistungen profitieren, z. B. von den Volksschulen oder der Sicherheit. Dies trägt massgeblich zur Chancengleichheit bei.
  • Ein Grossteil der Steuergelder wird in der Schweiz für die soziale Wohlfahrt aufgewendet.
  • Nur dank des wirtschaftlichen Erfolgs ist es überhaupt erst möglich, dass Spenden und Steuern zur Unterstützung der sozial Schwächeren zur Verfügung stehen.

Die Unterstützung der sozial Schwächeren ist also kein Fremdwort für uns Liberale, im Gegenteil! Und wir sind die einzigen, die dafür sorgen, dass dies auch in Zukunft noch möglich ist: dank einer starken Marktwirtschaft, dem Bekämpfen von Exzessen und Fehlanreizen in der Sozialpolitik, der Anpassung der Sozialwerke an die demographische Veränderung und dank Gemeinsinn.

(Erschienen im Zürcher Freisinn Nr 3/2015)