Hans-Jakob Boesch
Hans-Jakob Boesch
11.05.2019

Im Einsatz für unseren Wohlstand

Sehr geehrte Frau Regierungspräsidentin, liebe Carmen

Sehr geehrte Frau Stadtpräsidentin, liebe Corinne

Sehr geehrte Amts- und Würdenträger

Liebe Festgemeinde

Im Namen der FDP Kanton Zürich möchte ich Dir, Carmen, ganz herzlich zur Wahl als Regierungspräsidentin gratulieren und wünsche Dir in diesem einjährigen Amt viel Freude und Erfolg.

Als Parteipräsidenten macht es mich stolz, jemanden der Unseren an der Regierungsspitze zu wissen. Denn auch wenn Du als Regierungspräsidentin die Gesamtregierung und den ganzen Kanton Zürich vertrittst, so stehst Du eben doch auch immer für den Zürcher Freisinn.

Nah an den Unternehmen und der arbeitenden Bevölkerung

Den Ort Deiner Wahlfeier hättest Du nicht treffender aussuchen können, denn er steht wahrlich für Dich und Deine Politik, liebe Carmen: nah an der Wirtschaft, an den Unternehmen, bei der arbeitenden Bevölkerung. Wirtschaft ist für Dich dann auch nicht etwas Abstraktes oder Theoretisches wie ein paar Grafiken auf einer Powerpointpräsentation. Nein, Wirtschaft ist für Dich etwas ganz Reales. Das ist da, wo Menschen arbeiten und einen Mehrwert schaffen. Da, wo unser aller Wohlstand entsteht, wo das Familienbudget für die Ferien herkommt und die Steuereinnahmen für die neue Kantonsschule und die Sozialhilfe. Ob Industrie­unternehmen, Biotech-Sturtup oder Privatbank, Du bist Dir der Bedeutung der Wirtschaft für uns alle bewusst und gehst als Volkswirtschaftsdirektorin – nicht nur heute, das zeigt die Timeline Deines Facebook-Accounts unzweideutig – vor Ort, um unmittelbar und aus erste Hand zu erfahren, wie es um unseren Wohlstand steht und wie die staatlichen Rahmenbedingungen verbessert werden müssten.

Dass die staatlichen Rahmenbedingungen über die Zeit nicht starr bestehen bleiben können, sondern immer wieder angepasst und optimiert werden müssen, wird einem schnell klar, wenn man die beiden Fotos auf der Einladung zur heutigen Feier ansieht: Das Unternehmen MAN war früher vor 100 Jahren erfolgreich und es ist es auch heute noch. Über die Jahre hat sich das Unternehmen aber geändert und angepasst, angepasst an neue Bedürfnisse der Kunden/innen, an neue Technologien, an neue Konkurrenten, an neue Absatzmärkte. Bewahren wäre für MAN eine schlechte Strategie gewesen. Niemand würde behaupten wollen, in der alten Fabrikhalle von anno dazumal könnte heute – gerade in der Schweiz – noch Löhne für Familienferien erarbeitet werden.

Dank Wandel zu mehr Wohlstand

Und so wie sich die Unternehmen an den Wandel der Zeit anpassen müssen, wenn sie eine Zukunft haben wollen, genau so muss sich auch der Staat mit seinen Rahmenbedingungen anpassen – man könnte in diesem Zusammenhang auch von «modernisieren» sprechen. Wir leben nicht mehr anfangs des 20. Jahrhunderts und deshalb hat z.B. unser Arbeitsrecht punkto Arbeitszeiterfassung auch nicht wie zur Zeit der Fliessbandarbeit auszusehen. Du, Carmen, Du bist Dir dessen bewusst. Deshalb setzte Du Dich auch dafür ein, dass wir alle dank günstiger Rahmenbedingungen die Chancen von Sharing Economie und Digitalisierung nutzen können, dass dank genügender Drittstaatenkontingente unseren Unternehmen nicht die Fachkräfte ausgehen, und dass uns der Zugang zum EU-Binnenmarkt nicht zugemauert wird.

Liebe Carmen, gerade weil Du so nahe an den Unternehmen, an den arbeitenden Menschen bist, weisst Du, dass und wie wir uns an den Wandel der Zeit anpassen müssen. Aber nicht des Wandels Willen, sondern um die Arbeitsplätze hier zu behalten und den Wohlstand hier zu mehren. Hierfür hast Du Dich in Deiner Arbeit als Volkswirtschaftsdirektorin immer stark gemacht und ich bin froh, dass Du dies auch weiterhin tust.

So wie Du der Zürcher Wirtschaft Sorge trägst, so wirst Du bestimmt als Regierungspräsidenten dem ganzen Kanton Zürich Sorge tragen. Hierfür gebührt Dir bereits jetzt ein grosser Dank.

Die Gefahr einer Regierungspräsidentin besteht ja dann auch eher darin, dass sie vor lauter Sich-Kümmern um die Sorgen der Bürgerinnen und Bürgern des Kantons Zürich, sich selbst vergisst. Und damit das nicht geschieht, damit Du wenigsten ab und an auch Sorge zu Dir trägst, überreiche ich Dir ein kleines Geschenk, einen Anreiz, Dir Gutes zu tun.

Nochmals ganz herzliche Gratulation zur Wahl als Regierungspräsidentin

 

(Ansprache anlässlich der Feier zur Wahl von Carmen Walker Späh als Regierungspräsidentin, 10.5.2019)